Gastvortrag | Rumjana Mitewa-Michalkova | Die Erinnerungsfiguren Kyrill und Method

Gastvortrag im Rahmen der Südosteuropa-Abende

Die Erinnerungsfiguren Kyrill und Method - nationale Narrative, transnationale Verehrung und europäische Identitätsdiskurse

Rumjana Mitewa-Michalkova (Leipzig)

Mittwoch, 20. Juni 2018, 19:30 Uhr, Auditorium zur Rosen, Johannisstr. 13

Die Slawenapostel Kyrill und Method spielten und spielen in den Erinnerungskulturen der slawischen Völker eine zentrale Rolle. Als Missionare und Aufklärer der Slawen, als Begründer slawischen Schrifttums und Schriftkultur leisteten sie einen epochalen Beitrag zur Emanzipierung der Slawen in die christliche Ökumene. Sie wurden als Katalysatoren nationaler Bewegungen in Böhmen, Mähren und der Slowakei nach 1800 verstanden und als Legitimierung von nationalen Kulturen seit der Mitte des 19. Jahrhunderts auf dem Balkan in Dienst genommen. Die Nationalbewegungen forderten politische, kirchliche und kulturelle Autonomie unter der Patronage der Heiligen Brüder gleichermaßen vom Osmanischen Reich (Bulgaren, Makedoniern) als auch von Österreich-Ungarn (Slowaken) oder dem Deutschen Reich (Sorben). Kyrill und Method haben aber eine kaum zu übertreffende Bedeutung für die kulturelle Identität slawischer Völker, welche unter verschiedenen geschichtspolitischen Bedingungen der Neuzeit religiös, national und nicht zuletzt in einer europäischen Dimension - immer wieder als lieux de mémoire (Pierre Nora) präsent sind. In diesem Vortrag wird es um die erinnerungskulturelle Aneignung Kyrill und Methods gehen, wie sie als Gedenk- und Kultfiguren künstlerisch, öffentlich-festlich sowie kulturpolitisch eingesetzt werden.

Frau Mitewa-Michalkova ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am historischen Seminar des Lehrstuhls Ost- und Südosteuropäische Geschichte in Leipzig. 

Mitewa-Michalkova Rumjana

Plakat

Veranstalter: Institut für Slawistik und Kaukasusstudien

 

Zeitraum: 20.06.2018 19:30 Uhr - 21:00 Uhr