Mobilität in Südosteuropa

Internationale Kooperation.

Förderung:

Deutsche Forschungsgemeinschaft

Laufzeit:

22.05.2012 - 22.05.2013

Projektleitung:

Prof. Dr. Thede Kahl

(mit Prof Dr. Elena Marushiakova, Institut für Ethnologie und Volkskunde, Bulgarische Akademie der Wissenschaften, Sofia)

Projektbeschreibung:

Historisch bedeutende Ereignisse wie der Fall des Eisernen Vorhangs oder die EU-Erweiterung haben im Europa der vergangenen 25 Jahre zu tiefgreifenden sozioökonomischen Veränderungen geführt, die sich auf Bereiche des Alltags und die Lebensweise von Millionen von Menschen bis heute auswirken. Bezüglich des interethnischen, interreligiösen und interkulturellen Zusammenlebens ist es zu Konstellationen gekommen, die immer wieder neue Anpassungen erfordern. Folgen sind u.a. die Zunahme der Migrationsbewegungen (v.a. von Ost nach West), die Entstehung transnationaler Gemeinschaften und der beschleunigte Wandel von Ethnizität in der sich zunehmend globalisierenden Welt. Die vorgeschlagene bilaterale Zusammenarbeit möchte die Migrationsbewegungen der letzten 25 Jahre erfassen und hinsichtlich der durch sie beeinflussten Phänomene (Kultur-/ Sprachkontakt, demographischer Wandel, interethnische Koexistenz, Akkulturation, Assimilation, Euroskeptizismus, interkulturelle Konflikte, brain drain) analysieren. Schwerpunkte bilden die Analyse soziokultureller Prozesse im Rahmen der Migration sowie Fragen der Spannungen zwischen lokalen und globalen Lebensformen in Regionen von hoher ethnischer und sprachlich-kultureller Vielfalt und Komplexität.

Um Strategien für die Erfassung von diesbezüglichen Forschungsfragen und -methoden zu erarbeiten und Desiderata auszuarbeiten, werden zunächst Forschungseinrichtungen des deutschen und bulgarischen Raumes zusammengebracht. Es sind ein Workshop und zwei Reisen notwendig, um die wichtigsten Ziele und Forschungsaufgaben abzustecken, dokumentarische und analytische Grundlagen festzulegen, Untersuchungsgebiete und Aufgabenfelder abzustecken und Methoden zu diskutieren, mit denen man sich den Problemen der Migration aus und nach Südosteuropa am besten nähern kann.