Literarische Verarbeitung von Kriegs- und Gewalterfahrungen und ihre Übersetzung. Deutschland und das ehemalige Jugoslawien im Dialog

Im Mittelpunkt des Projektes steht die Übersetzung von literarischen Texten, die Kriegs- und Gewalterfahrungen thematisieren. Das Problem des Übersetzens liegt hier auf zwei Ebenen: Zum einen stellt  sich die Frage, wie solche Texte traumatische Erfahrungen überhaupt erst einmal in Sprache übersetzen, zum anderen, wie solche im Medium der Literatur artikulierte Erfahrungen mit dem Mittel der Übersetzung einem  ausländischen Lesepublikum verständlich gemacht werden können. Dabei eröffnen sich neue komparatistische Fragestellungen, die sowohl für die literaturwissenschaftliche Forschung in Deutschland als auch im postjugoslawischen Raum eine wissenschaftliche Bereicherung darstellen.

An dem Projekt werden sich neben dem Jenaer Institut für Slawistik und Kaukasusstudien die Lehrstühle für Germanistik aus Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Montenegro und Serbien beteiligen.

Den Kern der Projektarbeit bildet ein einwöchiger Übersetzungsworkshop in Jena, an dem Studierende und Dozenten aller Partneruniversitäten teilnehmen werden und der sich mit einem literarischen Rahmenprogramm auch an eine breitere interessierte Öffentlichkeit wendet. Dabei sind Lesungen mit europaweit renommierten SchriftstellerInnen aus der Region Südosteuropas und ihren ÜbersetzerInnen geplant. Zu den eingeladenen Autoren zählen Bora Ćosić, Slobodan Šnajder, Roman Simić und Norbert Gstrein.

Der Workshop findet vom 27.11. 2017 bis 1.12. 2017 in Jena statt.

Ein weiteres Ziel des Projektes ist die Stärkung der kleinen Fächer, die Förderung ihrer internationalen Sichtbarkeit sowie die grenzüberschreitende Vernetzung unserer Universität.